@misc{Frysztacka2024, author = {Frysztacka, Clara M.}, title = {Vergangene Zukunft? Der russisch-ukrainische Krieg und die R{\"u}ckkehr der modernen Zeiterfahrung}, publisher = {ZZF - Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung: zdbooks}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2768}, pages = {122 -- 131}, year = {2024}, abstract = {Seit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine {\"u}berbieten sich die Prognosen {\"u}ber den Anbruch einer neuen (oder alten?) Zeit der Geopolitik. Es pr{\"a}gen die Sorgen des „Krieges in Europa" beziehungsweise eines „Dritten Weltkrieges", in dem sich die Kategorien des Westens und Ostens, der Demokratie und Diktatur (wieder) feindselig gegen{\"u}berstehen. Die Bedrohungskulisse des Krieges suggeriert die Reaktivierung einer Zukunftsperspektive, die sich als genuin modern bezeichnen l{\"a}sst: erstens und ganz banal, weil sich darin die moderne Geschichte des 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts zu wiederholen scheint; zweitens aufgrund der wiedergewonnenen Bedeutung des historischen Ost-West-Konfliktes, die die bereits l{\"a}nger diskreditierte These eines postmodernen Endes der Geschichte nach 1989 endg{\"u}ltig archiviert; und schließlich, weil der Krieg einen Erwartungshorizont er{\"o}ffnet, dessen Gestaltung allein in den H{\"a}nden der Menschen - nicht Gottes, der Viren oder des Klimas - liegt und somit eine v{\"o}llig menschliche „Machbarkeit" der eigenen Geschichte voraussetzt. Erleben wir aber wirklich eine R{\"u}ckkehr der Moderne oder wie k{\"o}nnen wir die Zeiterfahrung sonst begreifen, die durch den Diskurs {\"u}ber den Krieg gerade ausgel{\"o}st wird? Ich m{\"o}chte hier einige {\"U}berlegungen {\"u}ber diese Fragen zusammentragen, die mich in den letzten Tagen und Wochen begleitet haben.}, language = {de} }