@article{Knoll2023, author = {Knoll, Sarah}, title = {Eine »V{\"o}lkerwanderung«? Die Flucht aus Rum{\"a}nien und die Fl{\"u}chtlingspolitik in {\"O}sterreich um 1990}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {19}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2471}, pages = {511 -- 536}, year = {2023}, abstract = {Als sich 1989 der »Eiserne Vorhang« in Europa {\"o}ffnete, waren im »Westen« die {\"A}ngste vor einem ungeregelten Zuzug aus dem sich aufl{\"o}senden »Ostblock« groß. Dass die Einreise von rum{\"a}nischen Staatsb{\"u}rger:innen Anfang der 1990er-Jahre tats{\"a}chlich zunahm, wurde als Beleg f{\"u}r die Bef{\"u}rchtungen gesehen. Die Frage nach dem Umgang mit Fl{\"u}chtlingen aus Rum{\"a}nien pr{\"a}gte die Auseinandersetzung {\"u}ber Flucht und Migration in Europa jedoch bereits seit Mitte der 1980er-Jahre - auch innerhalb des sozialistischen »Blocks«. Wegen der prek{\"a}ren Wirtschaftslage und der repressiven Politik des Ceaușescu-Regimes versuchten immer mehr Menschen Rum{\"a}nien zu verlassen. Ihre erste Station war meist Ungarn, das als Reaktion auf die Fluchtbewegung 1989 der Genfer Fl{\"u}chtlingskonvention beitrat und die Arbeit des UNHCR im eigenen Land zuließ, wovon im Sommer 1989 auch B{\"u}rger:innen aus der DDR profitierten, die {\"u}ber Ungarn und {\"O}sterreich in die Bundesrepublik gelangen wollten. Die internationale Hilfe kn{\"u}pfte an die Erwartung an, dass durch eine bessere Versorgung in Ungarn der Migrationsdruck auf den »Westen« reduziert werden k{\"o}nne. Diese Hoffnung teilte auch {\"O}sterreich, wo fremdenfeindliche Stimmungen gegen{\"u}ber Rum{\"a}n:innen die Asyl- und Fl{\"u}chtlingspolitik f{\"u}r die kommenden Jahrzehnte pr{\"a}gten.}, language = {de} }