@article{K{\"u}hner2022, author = {K{\"u}hner, Hans}, title = {Armut in China. Anspruch und Wirklichkeit der chinesischen Agrarpolitik seit den 1950er-Jahren}, volume = {19}, number = {1}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2407}, pages = {77 -- 108}, year = {2022}, abstract = {Es sind vor allem die Erfolge bei der {\"U}berwindung der Armut, die der von der chinesischen Kommunistischen Partei unter Xi Jinping gef{\"u}hrten Regierung Legitimation im Inneren und internationale Reputation verschaffen. Diese Erfolge werden von Institutionen wie der Weltbank oder der UNESCO best{\"a}tigt, die in ihren Ver{\"o}ffentlichungen die Zahl von {\"u}ber 800 Millionen Menschen nennen, die in China ab 1978 »aus der Armut gehoben worden« seien. Aber wie plausibel sind solche Erfolgsmeldungen? Die Analyse einer Vielzahl von Quellen zur Entwicklung der Armut seit den 1950er-Jahren zeigt, dass die Armutsdaten unzuverl{\"a}ssig und widerspr{\"u}chlich sind. Des Weiteren wird deutlich, dass die sich wandelnden Strategien f{\"u}r die Landwirtschaft nicht das Ziel hatten, die Armut zu {\"u}berwinden. Vielmehr sollte die staatliche Agrarpolitik vor allem billige Arbeitskr{\"a}fte und finanzielle Ressourcen f{\"u}r Investitionen in Industrie und Infrastruktur bereitstellen. Nicht die agrarpolitischen Maßnahmen des chinesischen Staates, sondern die l{\"a}ndliche Bev{\"o}lkerung selbst sorgte durch vielf{\"a}ltige Aktionsformen und Anpassungsstrategien f{\"u}r eine bescheidene Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Entgegen dem ersten Augenschein in den glitzernden Metropolen ist China weiterhin kein reiches Land. Nach wie vor bildet die Armut der Landbev{\"o}lkerung die strukturelle Voraussetzung f{\"u}r das industrielle Wachstum.}, language = {de} }