@incollection{B{\"o}ick2019, author = {B{\"o}ick, Marcus}, title = {{\"O}konomisierung des Gewaltmonopols? Die Sicherheitswirtschaft und die Privatisierung {\"o}ffentlicher Sicherheitsaufgaben seit den 1970er Jahren}, booktitle = {{\"O}konomisierung. Debatten und Praktiken in der Zeitgeschichte}, editor = {Graf, R{\"u}diger}, publisher = {Wallstein}, address = {G{\"o}ttingen}, pages = {139 -- 165}, year = {2019}, abstract = {Der Tonfall war alarmistisch. »Der Staat«, so proklamierte der sozialdemokratische Politiker Erhard Eppler, »der von seinen B{\"u}rgerinnen und B{\"u}rgern erwartet, daß sie sich ihre Sicherheit am Markt kaufen, wohl wissend, daß nur wenige dies k{\"o}nnen« verdiene »seinen Namen nicht« mehr. Es schien Eppler die »verdammte Pflicht und Schuldigkeit des Staates« zu sein, das »Grundbed{\"u}rfnis aller Menschen, nicht dauernd in Angst zu leben« zu erf{\"u}llen; man m{\"u}sse daher zwingend darauf bestehen, »daß die Polizei in [einem] Arbeiterwohnviertel genauso patroulliert [sic] wie im vornehmeren, daß ein Einbrecher hier genauso viel riskiert wie dort, daß es keine Viertel« gebe, »wo die Polizei sich allenfalls bei Tage, und dann nur in Rudeln, blicken l{\"a}ßt und andere, wo sie zugunsten privater Dienste abgedankt« habe. Im Jahr 2002 ver{\"o}ffentlichte der Parteilinke seine Streitschrift »Vom Gewaltmonopol zum Gewaltmarkt?«, in der er gegen eine zunehmende Erosion staatlicher Kernkompetenzen anschrieb, die gegenw{\"a}rtig vor allem aus {\"o}konomischen Motiven grunds{\"a}tzlich zur Disposition gestellt w{\"u}rden. Insbesondere »Privatisierung und Kommerzialisierung« bzw. eine rasch voranschreitende »{\"O}konomisierung« erschienen Eppler als existenzielle Bedrohungen des modernen Staates und seines fundamentalen Daseinszweckes, der Sicherheitsgew{\"a}hrung f{\"u}r seine B{\"u}rger durch das staatliche Gewaltmonopol. Durch die »Kommerzialisierung der inneren Sicherheit« werde diese zu einer »Ware am Markt« oder gar einem »Luxusgut«.}, language = {de} }