@article{Lengwiler2013, author = {Lengwiler, Martin}, title = {Risikowahrnehmung und Zivilisationskritik. Kulturgeschichtliche Perspektiven auf das Gesundheitswesen der USA}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {10}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1503}, pages = {479 -- 490}, year = {2013}, abstract = {Der Vorsorgegedanke geh{\"o}rt, im Gesundheitswesen und dar{\"u}ber hinaus, zu den grundlegenden Kulturtechniken der Moderne. Die neuere Medizinsoziologie hat die Entwicklung der Gesundheitspr{\"a}vention als Teil eines institutionellen Umbruchs von einem Gesundheitswesen alten Typs (Old Public Health) zu einem System neuen Typs (New Public Health) interpretiert. Demzufolge ging die Gesundheitspolitik alten Stils prim{\"a}r von staatlichen Einrichtungen aus und versuchte spezifische Krankheiten bei entsprechenden Risikogruppen zu bek{\"a}mpfen. Dagegen betonen Ans{\"a}tze des New Public Health das Leitbild einer umfassenden, auf die Gesamtbev{\"o}lkerung zielenden Gesundheitsf{\"o}rderung, machen aber zugleich das Individuum verst{\"a}rkt f{\"u}r die Vorsorge verantwortlich. Mit dem neuen Pr{\"a}ventionsregime verbinden sich gleichwohl erh{\"o}hte normative Anspr{\"u}che und ausgeweitete staatliche Regulierungen. Sie manifestieren sich etwa in Tabaksteuern und Rauchverboten oder in Forderungen nach neuen Impfzw{\"a}ngen (Geb{\"a}rmutterhalskrebs), obligatorischen Vorsorgeuntersuchungen (Brustkrebs) oder fiskalischen Auflagen wie den in D{\"a}nemark oder Ungarn eingef{\"u}hrten Zucker- und Fettsteuern.}, language = {de} }