@article{Neumaier2010, author = {Neumaier, Christopher}, title = {Von kulturellen Pr{\"a}ferenzen und technologischen Fehlschl{\"a}gen. Der Diesel-Pkw im transatlantischen Vergleich Deutschland - USA, 1976-1985}, journal = {Technikgeschichte}, volume = {77}, pages = {19 -- 48}, year = {2010}, abstract = {Welchen Einfluss hatte die Dieselmotortechnologie auf die {\"o}ffentliche Perzeption von Dieselfahrzeugen und damit auch auf ihre Absatzentwicklung in Deutschland und in den USA im Zeitraum von 1976 bis 1985? Dieser zentralen Frage geht folgender Beitrag nach und legt dar, dass Konsumenten ihre Kaufentscheidung f{\"u}r einen Diesel und gegen einen Benzin-Pkw nicht allein an rational-{\"o}konomischen Gr{\"u}nden ausrichten, wie dies g{\"a}ngige Erkl{\"a}rungsmodelle betonen. Als alternatives Modell bieten sich so genannte Rationalit{\"a}tsfiktionen an, die Konsumenten bei ihrer Kaufentscheidung als Rationalisierungsstrategie dienen. Anhand der drei Fallbeispiele Volkswagen Golf Diesel, Mercedes-Benz Diesel und Oldsmobile respektive GeneralMotors Diesel wird analysiert, wie die technischen Eigenschaften der Dieselautos mit ihrer Wahrnehmung korrelierten und wie sich dies in der Absatzentwicklung in beiden L{\"a}ndern niederschlug. Entscheidend ist, dass sich in den USA bereits w{\"a}hrend der f{\"u}r die Marktdurchdringung wichtigen Phase um das Jahr 1981 eine {\"u}berwiegend negative Sichtweise durchsetzte, die bis heute im Kern ihre G{\"u}ltigkeit behielt. Seitdem gelten Diesel zum Beispiel als unzuverl{\"a}ssig und lahm. Diese dominierende, kulturspezifisch negative Wahrnehmung ließ das Interesse der Konsumenten an Dieselautos abflauen und verhinderte einen erneuten Dieselboom. In Deutschland bewahrten die Diesel demgegen{\"u}ber ihre positiven Attribute wie Langlebigkeit und Zuverl{\"a}ssigkeit. Dort unterlagen der Kauf und der Besitz eines Diesels infolgedessen keinem sozialen Rechtfertigungsdruck, was maßgeblich zum Absatzboom Anfang der 1980er Jahre beigetragen hat.}, language = {de} }