@incollection{H{\"u}bner2017, author = {H{\"u}bner, Peter}, title = {Arbeitsbeziehungen und soziale Sicherung f{\"u}r Arbeiter in L{\"a}ndern des sowjetischen Blocks}, booktitle = {Arbeiter im Staatssozialismus. Ideologischer Anspruch und soziale Wirklichkeit}, editor = {H{\"u}bner, Peter and Kleßmann, Christoph and Tenfelde, Klaus}, publisher = {B{\"o}hlau}, address = {K{\"o}ln}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.964}, series = {Zeithistorische Studien}, number = {31}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {249 -- 269}, year = {2017}, abstract = {Die Geschichte der mittel- und osteurop{\"a}ischen Arbeiterschaft in der Zeit vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Zusammenbruch der kommunistischen Parteidiktaturen geh{\"o}rt nicht zu den besonders gut erforschten Segmenten moderner Arbeitsgesellschaften. Dabei schlagen nicht so sehr quantitative Defizite und methodische Probleme zu Buche. Vielmehr wirken noch immer Wahmehmungsmuster aus der Zeit des Kalten Krieges nach. Die seit den f{\"u}nfziger Jahren entwickelten Argumentationslinien ließen die Arbeiter in den L{\"a}ndern und Gesellschaften des sowjetischen Blocks aus der westlichen Perspektive zumeist in einem mehr oder weniger manifesten Dauerkonflikt mit den Parteiregimes erscheinen. Diese wiederum beanspruchten, nicht nur selbst ein Teil der Arbeiterklasse zu sein, sondern auch als deren Avantgarde bei der Erf{\"u}llung einer historischen Mission aufzutreten. Ihre offizielle Historiographie war auf dieses Erkl{\"a}rungsmuster festgelegt. Solche apologetischen Positionen wurden nach 1989 nahezu v{\"o}llig aufgegeben. Allenfalls im Verweis auf soziale Sicherheit der Arbeiterexistenz im Realsozialismus finden sich Ankl{\"a}nge daran. Statt dessen neigte sich das Pendel in die Richtung eines „historischen Turpismus". In seinem Licht erschien der Arbeiteralltag im sowjetischen Macht- und Einflußbereich als permanente Misere. Solche bipolaren, an den einfachen Koordinaten des Kalten Krieges orientierten Interpretationen traten seit Mitte der neunziger Jahre gegen{\"u}ber einer differenzierteren Sicht auf die Arbeitergeschichte Mittel- und Osteuropas etwas zur{\"u}ck. Inzwischen dominiert eine eher ambivalente Perzeption. Ihr zufolge war der Arbeiterschaft durchaus ein gegen die Parteidiktaturen gerichtetes Resistenzpotential eigen, doch blieb sie auch um Arrangements mit den Machteliten nicht verlegen.}, language = {de} }