@incollection{Domnitz2017, author = {Domnitz, Christian}, title = {Europ{\"a}ische Vorstellungswelten im Ostblock: Eine Topologie von Europanarrationen im Staatssozialismus}, booktitle = {Europa im Ostblock. Vorstellungen und Diskurse (1945 - 1991)/Europe in the Eastern Bloc. Imaginations and Discourses (1945-1991)}, editor = {Faraldo, Jos{\´e} Mar{\´i}a and Gulińska-Jurgiel, Paulina and Domnitz, Christian}, publisher = {B{\"o}hlau}, address = {K{\"o}ln}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.935}, series = {Zeithistorische Studien}, number = {44}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {61 -- 81}, year = {2017}, abstract = {Sowohl der Blick nach Westeuropa als auch nationale Selbstpositionierungen bestimmten Europavorstellungen im Ostblock. Besonders in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts dynamisierten sich hier Debatten um Europa, und verschiedene Narrationen von Europa standen dabei in einer Bedeutungskonkurrenz. Die politische Integration im westlichen Teil des Kontinents strahlte in die Kreise unabh{\"a}ngiger Intellektueller positiv aus, doch es wurden auch Debatten um eine regionale Identit{\"a}t Zentraleuropas gef{\"u}hrt. Beide Str{\"a}nge traten in der bekannten „Mitteleuropa-Debatte" in einen Widerstreit. Auch wurde die Auseinandersetzung um „Polens Platz in Europa" {\"u}ber die Jahre des Staatssozialismus hinweg fortgef{\"u}hrt, und in den Friedensbewegungen suchte man l{\"a}nder{\"u}bergreifend nach einer europ{\"a}ischen Ordnung außerhalb der Systemkonfrontation. Sogar in den Parteieliten wurde dar{\"u}ber nachgedacht, wie sich die westlichen Staaten des Ostblocks angesichts des schwachen Zusammenhalts im Rat f{\"u}r Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) wirtschaftlich neu orientieren k{\"o}nnten. So wurden den westeurop{\"a}ischen Staaten Angebote zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit, zu einer Verst{\"a}rkung des Ost-West-Handels und gar zum politischen Dialog gemacht. Selbst in sich ideologisch stark vom Westen distanzierenden Staaten wie der DDR kam zur aus der Nachkriegszeit stammenden antikapitalistischen Rhetorik das intensive Reden {\"u}ber Ost-West-Kooperationen hinzu. Zwar wurde die Nachkriegspropaganda der Abgrenzung vom westlichen „Kleineuropa" noch bis 1989 verfolgt, parallel wurde jedoch versucht, sich der Bundesrepublik und der Europ{\"a}ischen Gemeinschaft anzun{\"a}hem, um wirtschaftliche Vorteile zu realisieren und damit die Herrschaft zu stabilisieren. Oppositionelle Vorstellungen von Europa befanden sich trotz der restriktiven Bedingungen der staatssozialistischen Diktaturen nicht allein in einem abgrenzenden Gegensatz, sondern auch in einem Austausch mit denen der offiziellen Propaganda.}, language = {de} }