@incollection{Welsh2017, author = {Welsh, Helga A.}, title = {Kaderpolitik auf dem Pr{\"u}fstand: Die Bezirke und ihre Sekret{\"a}re 1952-1989}, booktitle = {Eliten im Sozialismus. Beitr{\"a}ge zur Sozialgeschichte der DDR}, editor = {H{\"u}bner, Peter}, publisher = {B{\"o}hlau}, address = {K{\"o}ln}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.922}, series = {Zeithistorische Studien}, number = {15}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {107 -- 129}, year = {2017}, abstract = {Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Analyse einer Funktion{\"a}rsschicht, an deren Zusammensetzung und Entwicklung exemplarisch Fragen beantwortet werden sollen, mit denen letztlich jedes politische System konfrontiert ist, das mit der alten politischen Ordnung radikal brechen und eine neue aufbauen will. Die Frage, ob die alten politischen Eliten aus der Nazizeit {\"u}bernommen werden sollten, stand f{\"u}r viele Deutsche nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gar nicht erst zur Disposition. Dies unterbanden sowohl der alliierte Einspruch als auch die Haltung deutscher Hitlergegner. Damit war das Dilemma, das gerade in neuester Zeit in der Transformationsforschung diskutiert wird, ob die Zirkulation oder die Reproduktion von Eliten (oder eine Mischung von beidem) die Erfordernisse einer Stabilisierung des neuen Systems besser fordert, im Sinne des ersteren und damit der Ersetzung wichtiger F{\"u}hrungsgruppen entschieden. Inwieweit dieser Anspruch in den vier Besatzungszonen auch in die Realit{\"a}t umgesetzt werden konnte, war zun{\"a}chst ebenso offen wie die Fragen, nach welchen Kriterien die neuen Eliten ausgew{\"a}hlt werden sollten und wie umfassend der Austausch von Funktionstr{\"a}gem sein sollte. Wenn, wie in der sowjetischen Besatzungszone und der sp{\"a}teren DDR, die Elitenzirkulation schon fr{\"u}h nicht nach offenen, pluralistischen Gesichtspunkten, sondern im Sinne einer politischen Ideologie und damit auch einer bestimmten F{\"u}hrungsschicht entschieden wurde, dann stellten sich die Probleme noch um einiges komplizierter dar, da eine Gegenelite erst in Ans{\"a}tzen vorhanden war und sie ihren Herrschaftsanspruch durch die Rekrutierung, Ausbildung und F{\"o}rdemng von politisch unerfahrenen F{\"u}hrungspersonen durchsetzen mußte. Um die dabei angefallenen Schwierigkeiten, aber auch Erfolge wird es im folgenden gehen. Wo mußten Kompromisse geschlossen werden und wie erfolgreich war die DDR in ihrer Kaderpolitik? Welche Charakteristika bestimmten die neue F{\"u}hrungsschicht und wie {\"a}nderten sie sich im Zeitverlauf? Die Politik der SED war nicht statisch, und Wandel und Beharrung k{\"o}nnen und sollen nicht nur an einzelnen F{\"u}hrungspers{\"o}nlichkeiten wie Ulbricht und Honecker festgemacht werden. Vielmehr soll gerade aufgezeigt werden, daß die Versteinerungstendenzen der siebziger und achtziger Jahre nicht zuletzt als Reaktion auf die turbulenten Anfangsjahre der DDR zu verstehen sind.}, language = {de} }