@incollection{Kl{\"o}tzer2017, author = {Kl{\"o}tzer, Sylvia}, title = {„Volldampf woraus?" - Satire in der DDR. „Eulenspiegel" und „Kabarett am Obelisk" in den siebziger und achtziger Jahren}, booktitle = {Herrschaft und Eigen-Sinn in der Diktatur. Studien zur Gesellschaftsgeschichte der DDR}, editor = {Lindenberger, Thomas}, publisher = {B{\"o}hlau}, address = {K{\"o}ln}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.837}, series = {Zeithistorische Studien}, number = {12}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {267 -- 313}, year = {2017}, abstract = {Im Januar 1957 verfilmte die DEFA eine Kabarettnummer. Der Sketch „Hausbeleuchtung" aus dem achten Programm der Ost-Berliner „Distel" lieferte die Grundlage f{\"u}r die 98. Folge der satirisch-humoristischen Kurzfilmserie „Das Stacheltier". Was ist im Film zu sehen? Wir erleben das Ende einer Hausversammlung, auf der ein Funktion{\"a}r versucht hatte, ausschweifend die „brennenden Probleme des Zeitgeschehens immer noch heller zu beleuchten". Seine Frage „Was bewegt Sie, wenn Sie einen Blick auf das Weltgeschehen werfen?" wird durch einen Kameraschwenk {\"u}ber die Hausbewohner beantwortet, die eingenickt sind: Sie bewegt nichts. Vom Redner „zur Diskussion" geweckt, stellen sie Fragen, die sie tats{\"a}chlich interessieren, nach der Reparatur der Hausbeleuchtung und der morschen Treppe. „Aber Freunde", geht der Referent dar{\"u}ber hinweg, „das sind doch Kleinigkeiten [...] Wir m{\"u}ssen doch immer das große Ganze sehen [...]" - „Aber das k{\"o}nnen wir doch nicht, wenn wir kein Licht haben!", versucht ein Bewohner spitzfindig, den Redner auf die Niederungen des Alltags zu zwingen. Nur seinen Auftrag im Blick - die Belehrung in Sachen Weltgeschehen - weigert sich dieser jedoch hartn{\"a}ckig, auf die konkreten Fragen der Hausbewohner einzugehen. Auf diese Ignoranz folgt in der Szene umgehend die Strafe: Als der Funktion{\"a}r die Versammlung beendet und forsch abgeht, bricht unter ihm die unbeleuchtete, morsche Treppe zusammen. L{\"a}diert, aber mit unersch{\"u}ttertem Optimismus, verabschiedet er sich von uns, dem Publikum: „F{\"u}r wahre Demokratie und Frieden! Und f{\"u}r eine lichtere Zukunft!"}, language = {de} }