@article{Miller2017, author = {Miller, Shawn}, title = {Automotive Enclosures. The ›Nature‹ of Rio de Janeiro's Streets and the Elite Domination of the Urban Commons, 1900-1960}, journal = {Zeithistorische Forschungen}, volume = {14}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok.4.1074}, pages = {487 -- 510}, year = {2017}, abstract = {Automobile Einhegung. Das »nat{\"u}rliche« Erscheinungsbild der Straßen Rio de Janeiros und die Elitenherrschaft {\"u}ber die Urban Commons, 1900-1960. Forschungsarbeiten zur Allmende haben sich haupts{\"a}chlich mit l{\"a}ndlichen Gegenden und Grenzregionen besch{\"a}ftigt. Dieser Beitrag untersucht, wie in Rio de Janeiro der Zugang zu den Urban Commons, besonders Straßen und Pl{\"a}tzen, eingeschr{\"a}nkt wurde. Bis ins 19. Jahrhundert sahen die Einwohner Rios die Straßen als einen {\"U}berrest der Natur an, der intakt gelassen wurde, um den Zugang zu bebauten Quartieren zu erm{\"o}glichen. Straßen galten als Allgemeingut, das f{\"u}r eine Vielzahl menschlicher Aktivit{\"a}ten genutzt werden konnte: vom sozialen Austausch {\"u}ber Spiele bis hin zu Arbeit und Handel. Als sich das Auto in Rio verbreitete, {\"a}nderte sich die Bedeutung des {\"o}ffentlichen Raumes. Schnelle Fortbewegung entwickelte sich nun zum pr{\"a}genden Kriterium. Die kleine Klasse der Autobesitzer {\"u}bernahm die Kontrolle {\"u}ber einen Großteil des st{\"a}dtischen Raumes, um auf den Straßen zu fahren oder auf den Pl{\"a}tzen und Gehwegen zu parken. Die Autobesitzer hegten die Straßen mit ihren spezifischen Nutzungsformen ein und schotteten sie so gegen{\"u}ber den vormals dominierenden Verwendungszwecken ab. Mehr noch: Die Dominanz der Automobilit{\"a}t diente als Rechtfertigung, um alternative, von den Eliten zuvor lange erfolglos bek{\"a}mpfte Formen der Straßennutzung mit Gewalt zu verdr{\"a}ngen. Im Vergleich zu weiter entwickelten Weltregionen verbreitete sich die Automobilit{\"a}t in Brasilien nur langsam, aber ihre Effekte waren schon seit den 1920er-Jahren enorm.}, language = {en} }