@incollection{Heimann2017, author = {Heimann, Thomas}, title = {Erinnerung als Wandlung: Kriegsbilder im fr{\"u}hen DDR-Film}, booktitle = {Geschichte als Herrschaftsdiskurs. Der Umgang mit der Vergangenheit in der DDR}, editor = {Sabrow, Martin}, publisher = {B{\"o}hlau}, address = {K{\"o}ln}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.1060}, series = {Zeithistorische Studien}, number = {14}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {37 -- 85}, year = {2017}, abstract = {Im kollektiven Ged{\"a}chtnis der beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften existierten die Erfahrungen mit Krieg und Nationalsozialismus in vielf{\"a}ltiger Weise weiter. In der DDR lebten wie in Westdeutschland Menschen, die als Anh{\"a}nger der NSDAP, Flakhelfer(innen), Soldaten oder gar SS-Mitglieder aktiv in den Krieg involviert gewesen waren. Die filmische Rezeption dieser Erinnerung in der DDR bewegte sich im Kontext entlastender und politisch funktionalisierender Strategien um Mitverantwortung und antifaschistische Wandlung. Sie als reine Propagandaprodukte zu begreifen, griffe jedoch zu kurz. Zweifellos boten dokumentarische wie fiktionale Filme in der DDR als Agenturen des kulturellen Ged{\"a}chtnisses emotional wirksame Varianten an. Wenn auch die durchschnittliche j{\"a}hrliche Filmproduktion des DEFA-Monopols nur etwa zwischen 15 und 18 Spielfilme umfaßte, bei einem durchweg betr{\"a}chtlichen Anteil von historischen Sujets, so hatte sie im Geschichtsdiskurs durchaus ein eigenst{\"a}ndiges Gewicht und korrespondierte mit dem neuen visuellen Medium Fernsehen. Durch die modernen Massenmedien des 20. Jahrhunderts, insbesondere des Films, wird Geschichte zum Ereignis, und dem geschichtlichen Ereignis wird ein neuer Status verliehen. Geschichte gerinnt in ihnen zu Geschichten (Jacques Le Goff), die in einem Spannungszustand zu kanonisierenden Deutungen stehen. Geschichte wird greifbar als Geschichte von Individuen, von Helden, sich innerhalb einer festgefugten narrativen Struktur bewegend. Die Leistung des Films liegt deshalb in seiner besonderen F{\"a}higkeit zur Emotionalisierung, Personalisierung und Dramatisierung von Geschichte, die anders als Literatur {\"o}ffentlich unmittelbarer von einem Massenauditorium rezipiert werden kann.}, language = {de} }