@incollection{Z{\"u}ckert2016, author = {Z{\"u}ckert, Martin}, title = {Infrastrukturen und Umwelt in Ostmitteleuropa. {\"U}berlegungen zu einem wenig beachteten Forschungsfeld}, booktitle = {Umweltgeschichte(n). Ostmitteleuropa von der Industrialisierung bis zum Postsozialismus}, editor = {F{\"o}rster, Horst and Herzberg, Julia and Z{\"u}ckert, Martin}, publisher = {Vandenhoeck \& Ruprecht}, address = {G{\"o}ttingen}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {31 -- 50}, year = {2016}, abstract = {Beginnend mit Straßenbau- und sp{\"a}ter Eisenbahnprojekten setzte seit dem sp{\"a}ten 18. Jahrhundert eine Entwicklung ein, die seit den Anf{\"a}ngen der Hochindustrialisierung zu einer dynamischen Erschließung von Kommunen und Regionen f{\"u}hrte. Zum Teil fußend auf privaten Initiativen war es in erster Linie der Staat, der versuchte, seinen Einfluss mittels Administration und infrastruktureller Erschließung in der Fl{\"a}che durchzusetzen. Neben der Integration durch Verkehr und Versorgung zielte der moderne Staat auf Herrschaft durch territoriale Durchdringung. Großprojekte wie Staud{\"a}mme, Kanalbauten oder spektakul{\"a}re Br{\"u}cken- oder Tunnelbauten standen symbolisch f{\"u}r diesen Anspruch. Die konsequent verfolgte Zielsetzung, Fl{\"a}che zu „organisieren", erm{\"o}glichte wiederum als Nebenprodukt auch den bewussten Schutz von als sch{\"u}tzenswert erachteten Gebieten. Nicht selten handelte es sich dabei freilich um Regionen, die nicht ohne weiteres in effektive {\"o}konomische Nutzungskonzepte integriert werden konnten, weswegen die infrastrukturelle Erschließung dort meistens erst nachgelagert unter dem Vorzeichen touristischer Nutzung erfolgte. Nach Jens Ivo Engels und Julia Obertreis „organisieren und verstetigen" Infrastrukturen „Austauschprozesse zwischen dem Menschen und seiner Umwelt". Die Untersuchung der Frage, auf welche Weise dies geschieht, also wie infrastrukturelle Erschließung geplant und durchgef{\"u}hrt wird und welche sozialen und {\"o}kologischen Folgen der Aufbau und Betrieb von Infrastrukturen oder auch deren Fehlen zeitigt, verspricht wichtige Erkenntnisse zum strukturpolitischen Agieren von staatlichen Akteuren. Sie {\"o}ffnet zugleich den Blick auf zeitgen{\"o}ssische Bewertungen des Verh{\"a}ltnisses von Mensch und Umwelt.}, language = {de} }