@incollection{Bonß2014, author = {Bonß, Wolfgang}, title = {(Un-)Sicherheit in der Moderne}, booktitle = {Zivile Sicherheit. Gesellschaftliche Dimensionen gegenw{\"a}rtiger Sicherheitspolitiken}, editor = {Zoche, Peter and Kaufmann, Stefan and Haverkamp, Rita}, publisher = {transcript}, address = {Bielefeld}, pages = {43 -- 69}, year = {2014}, abstract = {Seit dem 19. Jahrhundert zeichnet sich in den Selbstthematisierungen der okzidentalen Moderne immer deutlicher eine spezifische »Dialektik von Sicherheit und Unsicherheit« ab. So wird die sich herausbildende b{\"u}rgerlich-kapitalistische Gesellschaft zunehmend als ein Sozialzusammenhang beschrieben, der mit neuartigen Unsicherheiten verkn{\"u}pft ist. Exemplarisch hierf{\"u}r stehen Karl Marx und Friedrich Engels, die im kommunistischen Manifest »die fortw{\"a}hrende Umw{\"a}lzung der Produktion, die ununterbrochene Ersch{\"u}tterung aller gesellschaftlichen Zust{\"a}nde, die ewige Unsicherheit und Bewegung« als zentrales Kennzeichen der neu anbrechenden »Bourgeoisieepoche« herausstelle (Marx/Engels 1848, 29). Dass sie mit dieser Charakterisierung ihrer Zeit in empirischer Hinsicht eher voraus waren, zeigt die ein knappes Jahrhundert sp{\"a}ter entstandene Autobiographie von Stefan Zweig. Ganz anders als Marx und Engels beschreibt Zweig das ausgehende 19. Jahrhundert im R{\"u}ckblick als das »goldene Zeitalter der Sicherheit«. In diesem schien alles »auf Dauer gegr{\"u}ndet […] Jeder wußte, wieviel er besaß oder wieviel ihm zukam, was erlaubt und was verboten war. Alles hatte seine Norm, sein bestimmtes Maß und Gewicht.« (Zweig 1944, 15) F{\"u}r Zweig zerbrach die Best{\"a}ndigkeit und Erwartbarkeit »der wohlberechneten Ordnung« (ebd., 16) letztlich durch den Ersten Weltkrieg. An die Stelle stetig wachsender Sicherheit traten jetzt Chaos, Unsicherheit und Barbarei, wobei dies in seinen Augen angesichts von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg ein ebenso nachhaltiger wie irreversibler Epochenbruch war.}, language = {de} }